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Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Pieterlen

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ref. Kirche Pieterlen 
ref. Kirche Pieterlen

-> Geschichte der Martinskirche Pieterlen

zusammengestellt von Pfr. Peter Frey, Juni 2008
nachgeführt und ergänzt von Alfred Rentsch, Dezember 2017

Die Kirche Pieterlen wird erstmals 1228 im Kartular des Bistums Lausanne erwähnt, dem Verzeichnis der damaligen Pfarrkirchen im Bistum. Die Kirche bestand schon zuvor und ist somit sicher älter, doch genau ist ihr Ursprung nicht zu datieren. Man nimmt an, dass die Herren von Pieterlen, die auf dem Burghügel neben der Kirche residierten – von ihnen stammt der Löwe im Pieterler Wappen –, eine erste Kirche bauen liessen. Dieser romanische Bau bestand aus einem Langhaus und einer Apsis, einem Halbrundchor.

Möglicherweise stand aber schon vorher an dieser Stelle eine Kirche. Sie war dem heiligen Martin, Bischof von Tours, geweiht. An den heiligen Martin erinnert heute im Innern der Kirche nichts mehr. Doch finden sich auf den beiden ältesten Glocken (aus dem 15. und Anfang 16. Jahrhundert) Reliefs der bekannten Szene, wie Martin seinen Mantel teilt.

Zeugen des romanischen Baus aus dem 11./12. Jahrhundert sind der Taufstein aus Muschelsandstein und das Apostelbild, das ursprünglich zu einem Zyklus von Apostelbildern im romanischen Halbrundchor gehörte. Ebenso ist das Kirchenschiff mit den Obergaden-Fenstern und dem Zugang zur Kirche auf der Nordseite (wie im Mauerputz angedeutet) Teil des romanischen Baus. Das Schiff war ursprünglich allerdings kürzer und weniger hoch.

Mit dem Aussterben der Edlen von Pieterlen erweiterte das Bistum Basel seinen Macht- und Herrschaftsbereich bis an den Jurasüdfuss. Die Fürstbischöfe setzten die Herren von Eptingen-Wildenstein als Vögte über ihren Besitz in Pieterlen ein. Dazu gehörten auch die Dörfer Meinisberg, Romont und Reiben. Gemeinsam bildeten sie – bis zum Einmarsch der Franzosen im Jahre 1798 – die Meierei Pieterlen als Teil der Herrschaft Erguel.

In dieser Zeit – Anfang des 14. Jahrhundert – wurde die alte halbrunde romanische Apsis durch den (heutigen) Rechteckchor ersetzt und vergrössert. Die Zeugen im Chor aus dieser Zeit sind zahlreich. Dazu gehören das Kreuzrippengewölbe mit den beiden runden schönen Schusssteinen, der Priesterdreisitz für die Zelebranten der Messe auf den Südseite, der Relquienschrein sowie die Grabplatte mit dem Familienwappen der Herren von Eptingen-Wildenstein und dem Fresko der Grablegung von Christus an der Rückwand. Das sogenannte „Erbärmde-Bild“ an der Nordwand des Chors stellt den gefolterten und leidenden Christus dar; es dürfte um das Jahr 1400 gestiftet worden sein.

Im Jahre 1416 verkauften die Herren von Eptingen-Wildenstein all ihre Rechte in Pieterlen, die Kirche, die „Leute“, das Land und die Wälder, an das Kloster von Bellelay, das – wie das Kloster Gottstatt – zum Orden der Prämonstratenser gehörte. Die Pieterler wurden zu Gotteshausleuten, und der Abt von Bellelay setzte in Pieterlen Leutpriester ein, auch nach 1528, als Pieterlen mit Biel zum reformierten Glauben übertrat. Er blieb weiterhin verantwortlich auch für die Besoldung der Pfarrer. 1677 liess er für sie ein neues Pfarrhaus bauen, mit Thellung-Haus (von 1607) und „Himmel“ (von 1644) eine der historischen Zierden im alten Dorfteil von Pieterlen.

Die vier Wappen an der Ostseite des Chors weisen auf diese Zeit hin: Auf der linken Seite des Ostfensters erkennen wir die Wappen des Domkapitels und des Fürstbischofs von Basel, auf der rechten Seite die Wappen des Abtes von Bellelay. Abt Guyer wurde in Biel geboren, darum ist auch das Bieler Wappen abgebildet.

Beim Verkauf ihrer Rechte an die Abtei Bellelay (im Jahre 1416) übertrugen die Herren von Eptingen-Wildenstein dem Abt die Verpflichtung, den bisherigen Besitzern bis zu ihrem Tode Käse aus Bellelay zu liefern. Dieser hielt sich jedoch nicht an die mündliche Abmachung. So klagten Fröwelina von Eptingen und ihr Ehemann ihre Rechte beim Meier und Rat in Biel ein. Danach musste der Abt den „Tête de Moine“ liefern.

Auch noch im 15. Jahrhundert, um 1460, wurde der eindrückliche Kirchturm erbaut.

Der südliche Teil des Bistums Basel – mit dem Amt Erguel – war mit Bern verbündet. Mit der Reformation in Bern im Jahr 1528 wurde somit auch Pieterlen reformiert.
Doch die Abtei Bellelay behielt ihre Patronatsrechte. Der Abt von Bellelay war weiterhin verantwortlich für die Besoldung des Pfarrers und liess 1677 auch das Pfarrhaus bauen.
Die damaligen Herrschaftsverhältnisse sind in den drei wertvollen Kabinettscheiben von 1607 im Südfenster neben der Kanzel zu sehen:
• Der Fürstbischof von Basel als weltlicher Landesherr
• Die Abtei Bellelay als Patronatsherrin der Kirche
• Biel als Militärherr mit dem Recht, Truppen aufzubieten (daher auch die Teilnahme eines Fähnleins aus Pieterlen an den Burgunderkriegen von 1476/77)

Im Jahre 1615 wurde die Kirche renoviert und vergrössert. Aus dieser Zeit, dem Barock, stammt auch der Abendmahlstisch im Chor. Der Steinmetz und Baumeister Onophrion Nieschang aus Biel schenkte ihn im Jahre 1624 als Dank für verschiedene Bauaufträge, die er im Kirchspiel Pieterlen ausführen durfte. Zu diesen Aufträgen gehörte unter anderem das Thellunghaus neben dem „Pfauen“.

Ende Februar 1798 marschierten die Franzosen in Pieterlen ein. Von hier aus erfolgte am 2. März der Ansturm auf Lengnau und der Angriff über Solothurn und Fraubrunnen auf Bern, das am 5, März 1798 kapitulierte. Im Jahre 1815, nach der endgültigen Niederlage Napoleons, kam das ehemalige Bistum Basel – und damit auch das Kirchspiel Pieterlen mit Meinisberg, Romont und Reiben – durch Beschluss der alliierten Siegermächte am Wiener Kongress zu Bern.

Das 19. Jahrhundert brachte für die Kirche erneut tiefgreifende Umbauten: 1859 wurde das Schiff um 3 Fuss erhöht und Richtung Westen um 10 Fuss verlängert. Dieser Umbau wurde durch Sigmund Heinrich Wildermeth (einer Bieler Familie, die in ihrem Landgut im Schlössli wohnte), dem späteren Stifter des Kinderspitals in Biel, grosszügig gesponsert. Er stiftete auch drei Kirchenfenster im Chor. Den Auftrag dafür erteilte er Johann Jakob Röttinger aus Zürich, einem der in der Zeit der Romantik führenden Glasmaler. Das Weihnachts- und Karfreitagfenster (nach Motiven von Albrecht Dürer) sind seit dem Jahre 2002 wieder an ihrem ursprünglichen Standort auf der Südseite des Chors. Das Ostfenster dagegen ist verschollen. Es wurde 1941 ersetzt durch ein von Ernst Lüthi, Uhrensteinfabrikant in Pieterlen, gestiftetes Fenster. An Sigmund Heinrich Wildermeth erinnert die vierte Kabinettscheibe im Fenster bei der Kanzel. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden kleineren Glocken im Turm.

1906 erhielt die Kirche ihre erste Orgel. Diese wurde 1957 durch ein Werk der Orgelbaufirma Wälti aus Gümligen ersetzt und im Jahre 2007 gründlich revidiert und neu intoniert.
In den Jahren 1956/1957 fand die letzte grosse Renovation unserer Martins-Kirche statt. Sie ist das gelungene Werk vier besonders engagierter und fachkundiger Pieterler Bürger: Ehrenbürger David Andrist, Dr. Johann Schmucki, Martin Roder, damals Pfarrer an unserer Kirche, und Fritz Schmid-Scholl – in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Denkmalpfleger, Hermann von Fischer. Dabei erhielt die Kirche innen ihre heutige Gestalt. In die Innengestaltung miteinbezogen wurden glücklicherweise auch der wiederentdeckte Taufstein und der Apostel aus der romanischen Zeit.

Quellen:
Erinnerungsschrift zu Renovation der Kirche Pieterlen
1957, Druckerei Vogel, Pieterlen

Pieterlen, Berner Heimatbücher 106, 1968
Verlag Paul Haupt, Bern

Heinz Rauscher, Pieterlen und seine Nachbarn
Hornerblätter 2002, 2004, 2005

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